Du hast ja eine klassische Laufbahn beschritten!
Kann man so sagen, obwohl am Anfang auch derZufall Regie spielte. Denn ich musste damals einPflichtpraktikum absolvieren und hatte die Wahlzwischen zwei Plätzen: bei einem Schildermaleroder in einem Fotostudio. Da ich mich schon immerfür das Künstlerische interessierte, entschiedich mich für den Fotografen – eine Entscheidung,die mein weiteres Leben nachhaltig prägen sollte.Am Anfang habe ich zu 90 % für den Quelle-Versand fotografiert, bevor ich als Konzernfotografin die Voestalpine wechselte. Dort setzte ichmich dann intensiv mit der Industrie-Fotografieauseinander. Schon damals hatte ich das Bedürfnismeinen eigenen Stil noch viel deutlicherherausarbeiten zu müssen, was mich schließlichdazu veranlasste, die Meisterprüfung an der Grafischenzu machen.
Und wann hast du dich selbstständig gemacht?
1996 gründete ich mit zwei Partnern die EOS-Fotografie
und startete somit in die Selbstständigkeit
durch. Seit August dieses Jahres bin ich der alleinige
Eigentümer. Und natürlich bin ich stolz auf
das bisher Erreichte – aber nach wie vor ist mein
größter Antrieb, mich neuen Herausforderungen zu
stellen.
Wenn ich mich in deinem Studio umschaue, dann
hast du vielschichtige Projekte?
Ich liebe die Abwechslung, die Projekte aus verschiedenen
Bereichen mit sich bringen. Deshalb
liegt mein Fokus neben der Industrie-Fotografie
auch auf der Food-Fotografie und auf Imagekampagnen.
Dabei liebe ich es mit ausgeklügeltem Licht zu
arbeiten, was nur durch ein Spitzen-Equipment wie
meine Hasselblad H3D-50 oder das Licht von Broncolor
realisierbar ist. Man könnte also durchaus behaupten,
dass ich in puncto Technik ein Freak bin.
Gib mal ein Beispiel.
Bleiben wir z.B. in der Food-Fotografie, wo ich
Projekte wie den Gastroführer für „Linz 09“ oder
ca. 500 m2 Bildmaterial für einen Großhandelsmarkt
umsetzte. In diesem Segment mag ich es
dem Ganzen einen Körper zu verleihen und lege
deshalb großen Wert auf eine sorgsame Modulation,
um den 3-D-Effekt optimal heraus zu arbeiten.
Und genau dafür ist eine präzise Lichtführung
erforderlich.
Meine Philosophie in diesem Zusammenhang ist:
Ich will die Eigenschaften der Materialien
noch deutlicher hervorheben, damit Holz
auch Holz bleibt und Metall wie Metall wirkt. Die
technischen Rahmenbedingungen, wie das Broncolor-
Strip-Lite oder das Broncolor-Megalite, sind
hier unerlässlich, um qualitativ hochwertige Resultate
zu erzielen.
Meinst Du, so wie bei der Aluminium-Karosserie
von Mercedes?
Ja, genau. Beim Mercedes SLS war sowohl die Größe
als auch die hochspiegelnde Alu-Karosserie eine
Herausforderung. Aber mit dem Strip-Lite konnte
ich wirklich gute Effekte herausarbeiten. Auch bei
anderen Prototypen-Shootings – übrigens tolle Autos
im Edeldesign - ging es immer um die perfekte
Inszenierung der hoch-glänzenden Karosserien. Da
kommt die Studiogröße mit einem 11 Metern breiten
Rundhorizont und die 6 Meter Höhe voll zur
Geltung.
Und wie war das Shooting für das „Schlanke Linie
Kochbuch“ von Schärdinger?
Das war sehr spannendes Projekt, für welches
Schärdinger einen Top-Foodfotografen gesucht hat
– ein Testshooting später hatte ich den Auftrag, worauf
ich sehr stolz bin. Für die perfekte Umsetzung
habe ich eine Küche in mein Studio einbauen lassen,
die in drei Abteile gegliedert war: die Küche,
ein Platz für den Food-Designer und natürlich Platz
für den Fotografen. Insgesamt war es ein äußerst
interessantes Projekt, bei dem ich drei Monate mit
Köchen, einem Sportwissenschaftler und einem
wirklich guten Food-Designer eng zusammengearbeitet
habe.
Ein letzte Frage zum Schluss: Was ist dein aktuelles
Projekt?
So viel darf ich verraten, es geht um eine neue Bierkomposition,
die ich visuell für eine Imagekampagne
inszeniere.

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ausloeser_magazin_Dez2010_4.pdf Artikel aus dem Auslöser Magazin 12/2010 als pdf zum download |
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